Vorsteuerabzug sichern

Donnerstag, 21 Juli, 2016
Mit Urteil vom 22.7.2015 hat der Bundesfinanzhof entschieden, daß der Vorsteuerabzug nur aus Rechnungen zulässig ist, die die Adresse ausweisen, unter der der Leistungserbringer seine wirtschaftlichen Aktivitäten entfaltet. Bislang durfte man davon ausgehen, daß die Adresse ausreichend ist, unter der der Leistungsgeber zuverlässig erreichbar ist. Da stellt sich selbstverständlich die Frage, was genau „geschäftliche Aktivitäten“ bedeutet. Im Einzelfall wird dies nicht leicht zu entscheiden sein. Fest steht aber, daß die Angabe eines Postfachs oder einer Adresse an der sich wenig mehr als ein Briefkasten befindet, nicht ausreichen wird. Die Finanzverwaltung hat sich leider allzu schnell der Sicht des BFH angeschlossen und das Urteil im Bundessteuerblatt veröffentlicht. Alle Finanzbeamten sind daher bei der Beurteilung entsprechender Fälle durch eine Dienstanweisung gebunden. Wir raten daher, insbesondere bei Eingangsrechnungen neuer Geschäftspartner sorgfältig zu prüfen, wo dieser seine wesentlichen geschäftlichen Aktivitäten entfaltet und ob seine Rechnungen die entsprechende Adresse enthalten. Sollte dies nicht eindeutig zu klären sein, so spricht viel dafür, auf andere Lieferanten und Dienstleister zurückzugreifen, bei denen dieses Problem nicht besteht.